Der Winner's Circle Gold 2014 traf sich zum Abschluss der Saison dieses Jahr in Marokko, genauer gesagt südlich von Casablanca in El Jaddida. Vom Team her war ich wieder mit Skudi-Optics unterwegs Matt Sanceau als Projektleitung, Bram van der Poel für den Klang, Marcus Heilmann für den Content, Thomas Irmscher mit dem Medienserver und leider nicht mit vor Ort Jemma Woolmore mit der visuellen Unterstützung für die Acts.
Die Vorbereitung war diesmal von meiner Seite her ein wenig aufwändiger, daher versuche ich hier den Ablauf noch mal etwas detaillierter dazu legen. Das Motto "Together to the top" wurde von Seiten der Agentur mit einem eher gebirgigen Bühnenentwurf beantwortet und von uns um eine eher reduzierte, grafische Ästhetik ergänzt

Da wir von Anfang an begeistert von der Idee waren die isometrischen Licht- und Schattenspiele in meinem Entwurf mit der reduzierten Ästhetik der Bühne zu verbinden, haben wir uns sehr früh um die komplette Bespielung der Bühne bemüht und eine entsprechendes Mapping vorgeschlagen.
Der Hauptscreen wurde mit 2 soft-egded Projektoren auf 3258 × 1080px bespielt und die Seiten auch mit jeweils 1 Projektor auf 1920 x 1080px ausgeleuchtet. Da die Hauptleinwand auch baulich ein wenig vor den Bergen stand nahmen wir den zu erwartenden Helligkeitsunterschied in kauf. Die Zuspielung im Zentrum, mit der zuverlässigen Abwicklung von unter anderem ca. 400 Gewinnereinblendungen, wurde von einem Wings-Medienserver bewerkstelligt.
Für die Seiten hatte ich mir ein Setup gebaut mit VDMX als zentralem Instrument auf einem Mac OS-System, dies ergänzt durch eine Vezer-OSC-Timeline, die vor allem die unterschiedlichen Farbstimmungen besser abstimmbar machen sollte. Für das Mapping wurden dann alles schön durch den MadMapper gepatcht.
Die grundlegende Einrichtung konnte ich somit schon in Berlin machen, da wir vor Ort nur einen Tag zum aufbauen und einen Tag zum Proben hatten. Nach dem Ausrichten der Projektoren verbrachte ich den ersten Tag auch hauptsächlich mit den Anpassungen in MadMapper. Um die Verzerrung in den einzelnen Flächen besser kontrollieren zu können hatte ich mich entschlossen mit Masken zu arbeiten. Als ich dann nach der Einrichtung die Testbilder wieder ausgeschaltet habe weigerte sich MadMapper allerdings die Masken beim Rendern zu berücksichtigen. Ein Problem, welches sich leider nur mit einem Neustart beheben lies, aber wohl im nächsten Build gefixt sein wird.
Da ich vom FoH nicht alle Teile der Bühne gut einsehen konnte und optimale Positionen sich nur auf relativ kurze Entfernung finden lassen, behalf ich mir mit einem Zweitlaptop und einer Screen-Sharing-Verbindung. Somit bleibt der projektorverkabelte Rechner im FoH und ein kleines Rollcase mit Ethernetverbindung ermöglicht flexibles arbeiten.



Den Probentag verbrachten wir dann hauptsächlich mit Abstimmungen zur Ablaufregie, welche Bilder, Farben, Einspielungen an welcher Stelle und in welcher Länge. Da nicht nur wir uns den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort anpassen müssen, sondern auch viele Vortragende und Künstler erst angesichts des Veranstaltungssaales ihre Parts entwickeln, sind diese Abstimmungen ein sehr mühsames Unterfangen und vor allem eine Herausforderung für die Regie. Der Tag endete für mich und Thomas sehr spät mit einem ersten Komplettdurchlauf.
Dann ist Showtag.
Insgesamt ein gelungener Bühnenentwurf und eine anständige Umsetzung. Gelernt hab ich noch besser auf mein Netz aufzupassen, wenn ich große Mengen Steuerdaten darüber verteile. Plötzlich stänkert ein benachbarter Router und verteilt kleine Blitze im Raum, daß kann ja keiner wollen.